Railmen Story // 05.2026 Ein unvergesslicher Moment – mein erster Einsatz als ausgelernter railmen-Tf

Aufregend und hochspannend

Nach 2,5 Jahren Ausbildung war es am 1. April 2026 für unseren ehemaligen Auszubildenden und frisch gebackenen Kollegen Colin Kanning so weit – der erste Einsatz als ausgelernter Triebfahrzeugführer stand auf dem Plan.

„Während andere mit Scherzen beschäftigt waren, stieg bei mir die Aufregung ins Unermessliche. Ein Erlebnis, das wahrscheinlich jeder Kollege kennt: das erste Mal selbst für alles verantwortlich zu sein. Es dürfen keine Fehler mehr passieren.

Mein erster Einsatz erfolgt beim Eisenbahnverkehrsunternehmen Train Charter Services, ein Unternehmen, das sich auf das Fahren besonderer Reisezüge (beispielsweise den Orient Express oder auch die neuen GoVolta Schnellzüge) spezialisiert hat. Seit letztem Jahr werden mit drei eigenen Lokomotiven der Baureihe 101 und angemieteten 111/185/193 sowie n‑Wagen auch Ersatzzugleistungen in NRW gefahren. Gerade die Baureihe 101 als Schnellzuglokomotive hat in Kombination mit den teilweise 50 Jahre alten Wagen einen ganz besonderen Charme und stellt eine außergewöhnliche Fahrzeugkomposition dar.

Hier gilt es, ein offenes Auge und Ohr für die Technik zu haben, da die vergleichsweise alte, aber dennoch zuverlässige Technik einem nicht alle Störungen „vorsagt“, sondern diese selbst gesucht und gefunden werden müssen.

Die befahrenen Strecken stellen
sämtliche Kontraste des Ruhrgebiets dar

Die RB31 verbindet Duisburg mit Moers, in der Hauptverkehrszeit geht es weiter nach Millingen im Rheinland. Während sich zwischen Duisburg und Rheinhausen die Züge stapeln, geht es hinter Moers sehr gemächlich, größtenteils mit höchstens 80 km/h, zu. Auf diesem Streckenabschnitt gibt es auch noch Formsignale, welche von Stellwerken aus der Kaiserzeit bedient werden. Ein besonderes Schmankerl ist hier immer die Querung des Rheines bei Rheinhausen, welche gerade bei Fahrten in den Sonnenuntergang eine tolle Weitsicht mit schönen Farben bietet.

Außerdem wird der RE3 bedient. Dieser führt von Düsseldorf nach Hamm und verbindet mit seinem Laufweg über Duisburg, Oberhausen, Essen-Altenessen, Gelsenkirchen, Wanne‐Eickel und Dortmund fast alle namhaften Pottstädte miteinander. Hier werden 5 Wagen eingesetzt und man muss sich wirklich ranhalten, bei dem hohen Fahrgastaufkommen dort seine Fahrzeiten einzuhalten.

Insgesamt bietet das Projekt mit den zwei Linien sehr viel Abwechslung, gerade weil auch nicht nur Fahrschichten auf dem Plan stehen. Manchmal müssen die neuen Garnituren zusammenrangiert werden oder Zugführerschichten erledigt werden. Außerdem treten des Öfteren sowohl an der Infrastruktur als auch an den Fahrzeugen Störungen auf, welche mit kühlem Kopf abgearbeitet werden müssen.

Alles in allem wurde auch ein Kindheitstraum wahr – die Silberlinge, mit denen man als Kind gerne mitgefahren ist, selbst zu fahren. Zudem zeigt der Einsatz mir, wie vielseitig der Beruf des Lokführers ist – technisch anspruchsvoll, manchmal herausfordernd, aber immer wieder auch einfach beeindruckend, und bietet mir daher einen guten Einstieg in den Eisenbahneralltag.“