150 Jahre Cornberger Tunnel & 75 Jahre Gleiswechselbetrieb
Der 719m lange Cornberger Tunnel ist ein Eisenbahntunnel auf der Bahnstrecke Frankfurt–Göttingen. Seine baugleichen, historischen Tunnelportale aus Buntsandstein stehen unter Denkmalschutz und sollen auch nach dem Tunnelneubau erhalten bleiben. Der Tunnel hat nach 150 Jahren seine technische Nutzungsdauer erreicht und wird aktuell durch einen Neubau ersetzt, der – wieder als zweigleisiger Tunnel – südlich und parallel zum bestehenden erstellt wird. Der neue Tunnel soll 681 m lang werden, sowie einen Rettungsplatz und Löschwasserreservoir am Ostportal erhalten.
Wissenswertes zum Gleiswechselbetrieb (GWB)
Auf den Fotos sind zwei Blocksignale in leicht unterschiedlicher Bauform zu sehen – erkennbar unter anderem an der Position des roten Haltlichts. Über dem linken Signal G369 befindet sich zusätzlich ein besonderes Zusatzsignal. Dieses erlaubte Lokführern, ihre Fahrt im Gegengleis fortzusetzen, auch wenn dahinter keine Weichen (mehr) existieren.
Das Signal stammt noch aus der Anfangszeit des Gleiswechselbetriebs, als Bahnstrecken oft großzügig ausgestattet wurden, um möglichst viele betriebliche Möglichkeiten offenzuhalten. Später baute man jedoch zahlreiche Gleiswechselverbindungen wieder zurück, wodurch viele dieser Zusatzsignale ihre eigentliche Funktion verloren. An manchen Stellen blieben sie dennoch erhalten oder wurden nach damaligen Vorschriften sogar dort aufgestellt, wo nie Weichen existierten. Nach heutigen Standards gelten solche Signale daher als überholt und würden in dieser Form nicht mehr errichtet werden.





