Zwischen Alltag und Alpen – unterwegs in einer der schönsten Regionen Deutschlands
Unterwegs im Oberland – tausende Kilometer auf den Schienen und unzählige Eindrücke zwischen München, Tegernsee und Bayrischzell – der Einsatz als Lokführer bei der Bayerischen Regiobahn liegt nun hinter Levin Gogalla. Als railmen Lokführer durfte er den Alltag bei diesem etablierten EVU aktiv mitgestalten. Genau dieser flexible, praxisnahe Einsatz zeigt, wie wertvoll externe Lokführer für EVU sein können – zuverlässig, schnell integriert und voll einsatzbereit.
„Für viele ist er der Bahnhof Tegernsee der Ausgangspunkt für einen Ausflug in die Berge, an den See oder einfach um im Herzoglich Bayerischen Brauhaus Tegernsee einzukehren. Auch betrieblich ist die Bahnstrecke nach Tegernsee interessant, da sie nach FV-NE befahren wird. Sie beginnt im Bahnhof Schaftlach, wo sich die Zugteile RB56 und RB57 trennen. Der vordere Zugteil fährt über Bad Tölz nach Lenggries, während der hintere Zugteil sich über Gmund auf den Weg nach Tegernsee macht. Besonders schön ist hier die Ausfahrt aus dem Bahnhof Gmund durch einen sehr scharfen Gleisbogen Richtung Tegernsee über die Eisenbahnbrücke, die die Mangfall quert.
Der Blick in die Wetter-App war für mich immer eines der ersten Dinge des Tages, um festzustellen, ob das Wetter wieder viele Gäste aus der ganzen Region in das Oberland lockt. Skifahrer, Wandergäste, Touristen oder einfach Spaziergänger aus München und dem Umland sind bei gutem Wetter meist schon früh auf den Beinen. Aber nicht nur nach Lenggries und Tegernsee fahren die Züge der Bayerischen Regiobahn, sondern auch zu meinem Haupteinsatzort Bayrischzell. Dieser malerische Ort, der auch aus der ZDF-Serie „Frühling“ bekannt ist, war über ein Jahr lang mein Einsatzort und Lebensmittelpunkt. Ob Skifahren, Wandern, Grillen oder die tägliche Kaffeerunde – all das hat sich sehr positiv auf meine Work-Life-Balance ausgewirkt.
Der Alltag bei der Bayerischen Regiobahn war von vielen Führerstandswechseln geprägt, Flügeln, Vereinigen etc., um den Fahrgästen eine umstiegsfreie Fahrt von München bis nach Tegernsee, Lenggries und Bayrischzell zu ermöglichen. Die erste Fahrt ab Bayrischzell begann morgens um 4:49 Uhr, während die letzte Fahrt um 0:30 Uhr in Bayrischzell endete. Kurz nach der Abfahrt kommt man gleich an einem Highlight der Strecke vorbei – dem 1.838 m hohen Wendelstein. Je nach Jahreszeit und Wetterlage präsentiert er sich mal im satten Grün, mit schneebedeckten Gipfeln oder auch im Morgennebel. Nach gut 20 Minuten erreicht man den Schliersee – eine der Touristenhochburgen im Oberland. Gerade im Sommer ist dieser kleine Ort Anlaufpunkt für zahlreiche Ausflügler. Eine Wanderung vom Schliersee bis zum Tegernsee ist mein persönlicher Favorit.
Ein weiterer Streckenast sei noch erwähnt, denn auch nach Lenggries und Bad Tölz kommt man mit der BRB. Lenggries befindet sich ebenfalls im Alpenvorland und liegt am Anfang des Karwendelgebirges. Im Winter erreicht man das Skigebiet Brauneck mit dem Skibus ab dem Bahnhof Lenggries. Bad Tölz, die Kurstadt direkt an der Isar, ist nicht nur durch die Fernsehserie „Der Bulle von Tölz“ bekannt, sondern hat auch eine sehr beliebte Ladenstraße und im Winter einen sehr großartigen Weihnachtsmarkt.
Auch der Münchner Hauptbahnhof ist etwas Besonderes. Er verfügt über die meisten Bahnsteiggleise in Deutschland und sogar über die zweitmeisten weltweit. Die Einfahrt in den Bahnhof der bayrischen Landeshauptstadt hat immer etwas Reizvolles. Vorbei an der Hackerbrücke, dem ikonischen Stellwerk, rein in den Starnberger Flügelbahnhof. Derzeit ist der Bahnhof jedoch eine Riesenbaustelle, denn er wird derzeit saniert und umgebaut, hinzu kommen die Bauarbeiten der zweiten S-Bahn-Stammstrecke. Oft habe ich die längeren Pausen genutzt, um beispielsweise den Marienplatz zu besichtigen.
Fazit
Am Ende bleibt zu sagen, dass, egal ob man nach Bayrischzell, Lenggries oder Tegernsee unterwegs ist – jede dieser BRB-Strecken hat ihren eigenen Charakter. Und obwohl die Fahrten für mich zum Alltag gehörten, gab es immer wieder Momente des Staunens: ob es die ersten Sonnenstrahlen des Tages am Wendelstein waren, der beruhigende Blick auf den Tegernsee oder auch einfach das herrliche Panorama des Alpenvorlandes.
Zwischen Alltag und Alpen zeigt sich die Umgebung jeden Tag wieder etwas neu und es hat mir immer wieder Freude gemacht, diese Strecken befahren zu dürfen. Mit dem Ende meines Einsatzes beginnt für mich nun ein neuer Abschnitt: Aktuell befinde ich mich in der Weiterbildung zum Wagenprüfer – eine wichtige Grundlage für zukünftige Einsätze im Güterverkehr."






